Sammlung Bührle: Forschungsprojekt zur geschichtlichen Einordnung

29.08.2017 - Medienmitteilung

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Die Präsentation der Werke aus der Sammlung E. G. Bührle im Erweiterungsbau des Kunsthauses soll durch historische Informationen zur Entstehung der Sammlung begleitet werden. Stadt und Kanton Zürich finanzieren ein entsprechendes Forschungsprojekt, dessen Resultate voraussichtlich Ende 2019 vorliegen, gemeinsam. Mit der Projektleitung wurde Prof. Dr. Matthieu Leimgruber von der Universität Zürich beauftragt.

Mit der Eröffnung der Kunsthaus-Erweiterung im Jahr 2020 wird die Sammlung E. G. Bührle ins Kunsthaus Zürich ziehen. Damit wird diese bedeutende Sammlung – bekannt insbesondere für ihre herausragenden Meisterwerke des französischen Impressionismus – einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen Emil Bührle (1890–1956) ist bis heute umstritten, sein Handeln wird kontrovers diskutiert. Stadt und Kanton Zürich, die Zürcher Kunstgesellschaft und die Stiftung Sammlung E. G. Bührle wollen die Integration der Sammlung ins Kunsthaus deshalb durch eine Kontextualisierung ihrer Entstehungsgeschichte begleiten. Sie hatten dieses Vorhaben bereits in einem frühen Projektstadium zur Kunsthaus-Erweiterung angekündigt.

Einordnung der Sammlungstätigkeit im historischen Kontext der Schweiz

Sowohl die Geschäftstätigkeit von Emil Bührle wie auch seine Tätigkeit als Kunstsammler und Mäzen sind Teil der Geschichte der Schweiz. Die Kontextualisierung soll untersuchen und darstellen, welche Verbindungen, Interessenkonvergenzen und -konflikte zwischen Wirtschaft, Politik und Kunstmarkt vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg herrschten. Bührle soll in seinen unterschiedlichen Kontexten eingeordnet werden – als Unternehmer, als Sammler, als Mitglied von Berufs- und Wirtschaftsverbänden, als Mäzen und aktives Mitglied der Zürcher Kulturszene.

Mit der Leitung des sozial- und wirtschaftshistorischen Forschungsprojekts haben die vier Projektpartner Prof. Dr. Matthieu Leimgruber beauftragt. Herr Leimgruber ist Professor für Geschichte der Neuzeit und Schweizer Geschichte an der Universität Zürich. Stadt und Kanton Zürich tragen die Kosten für die Forschungsarbeit gemeinsam und vereinbarten ein Kostendach von 150’000 Franken.

Kontextualisierung als Ergänzung zur Provenienzforschung

Die Präsentation der Forschungsergebnisse ist Ende 2019 geplant. Sie sollen anschliessend für die Ausstellung im Kunsthaus-Erweiterungsbau aufbereitet werden, um dort eine anschauliche, zeitgemässe Information für die Besucherinnen und Besucher über die reine Kunstbetrachtung hinaus zu bieten. Dies als Ergänzung zu den ebenfalls im Rahmen der Ausstellung präsentieren Erkenntnissen der umfangreichen Forschung zur Geschichte der Besitzverhältnisse und der Herkunft der Sammlungswerke.

(Gemeinsame Medienmitteilung der Direktion der Justiz und des Innern mit dem  Präsidialdepartement der Stadt Zürich)

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