Kulturelle Teilhabe

Anerkennungsbeiträge 2019

Die Fachstelle Kultur vergibt 2019 je einen Anerkennungsbeitrag im Bereich der Kulturellen Teilhabe in der Höhe von 10'000 Franken an Jörg Köppl, Mathias Reiter sowie den Verein Les Belles de Nuit.

Die Vergabe erfolgte durch eine fünfköpfige Jury: Dr. Madeleine Herzog, Leiterin Fachstelle Kultur (Vorsitz); Stefan Busz, Redaktor Tages-Anzeiger; Prisca Passigatti, Regionale Kulturförderung; Christophe Rosset, Kulturbeauftragter Stadt Wetzikon; Gunda Zeeb, Theaterkuratorin.

Übergabe Anerkennungsbeiträge 2019: Die Preisträger*innen Jörg Köppl, Mathias Reiter und von les Belles de Nuit. Die Laudatorin und Laudatoren: Gunda Zeeb, Stefan Busz, Christophe Rosset. Regierungsrätin Jacqueline Fehr.

Jörg Köppl

Jörg Köppl lebt und arbeitet als freischaffender Musiker und Komponist in Zürich. In seinen Werken erweitert er den eng gefassten Kunstbegriff der Neuen Musik, indem er sie mit Klängen aus dem realen Leben verknüpft. Insbesondere in seinen Arbeiten mit Behinderten gelingt es ihm, die körperlich eingeschränkten Darsteller so zu zeigen, dass daraus kein Betroffenheitstheater resultiert, sondern eine ganz eigene ästhetische Aussage. Hier findet Partizipation nicht um der Partizipation willen statt. Das reale Leben fügt sich ganz selbst-verständlich in die Kunst ein – und wird zum fein austarierten Aufstand gegen die Diktatur der Normalität.

Mathias Reiter

Mathias Reiter hat Architektur und Schauspiel studiert und war, bis er 2015 nach Regens-berg umzog, an verschiedenen deutschen Stadttheatern fest engagiert. 2018 entwickelte Reiter das Projekt «Zürcher Wunderland» und fand mit dem Höflikeller in Regensberg auch gleich eine eigene Bühne. Reiter hat ein Theater erfunden, das mit dem unmittelbaren Leben vor Ort direkt verbunden ist. Dazu befragt er Bewohnerinnen und Bewohner des Zürcher Unterlands zu ihrem Leben, destilliert ihre Geschichten für die Bühne und schlüpft schliesslich als Schauspieler in die Rollen der Befragten. Bis heute sind zwei überzeugende Theaterstücke entstanden, in die das halbe Dorf involviert ist. Damit schafft Reiter Theatererlebnisse, die lokal stark verankert sind und trotzdem weit über Regensberg hinaus für Aufsehen sorgen.

Les Belles de Nuit

Die elektronische Musik und das dazugehörige Nachtleben sind dominiert von männlichen Veranstaltern, DJs und Clubbesitzern. Hier geben Les Belles de Nuit Gegensteuer: Der Verein verfolgt das Ziel, Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppierungen in der elekt-ronischen Musik- und Kulturszene zu fördern und zu vernetzen. An ihren eigenen Festivals und Veranstaltungsreihen setzen sie beispielhaft auf Diversität, mit ihren Workshops führen sie Mädchen und Frauen an die elektronische Musik heran. Das Engagement von Les Bel-les de Nuit ist ein nachhaltiger Beitrag zur Stärkung der Gleichstellung innerhalb der elekt-ronischen Kunst und Clubkultur.