Corona-Pandemie: Finanzhilfen zur Sicherung der kulturellen Vielfalt

Das Kulturleben im Kanton Zürich steht – fast – still. Die Folgen der Corona-Pandemie bedrohen die Existenz vieler Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen. Um sie zu unterstützen, haben Bundesrat und Regierungsrat ein Hilfspaket geschnürt. Die Richtlinien für die Vergabe der Finanzhilfen sind inzwischen definiert, Gesuche können bei der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich eingereicht werden.

Der Bundesrat hat am 20. März 2020 ein umfassendes Massnahmenpaket beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus abzufedern. Diese Massnahmen, insbesondere die Kurzarbeitsentschädigung für Angestellte und die Erwerbsausfallentschädigung für Selbstständige, gelten auch für den Kulturbereich.

Ergänzend zu den gesamtwirtschaftlichen Massnahmen wurden spezifische Hilfestellungen für den Kultursektor erarbeitet. Damit trägt die Politik dem Umstand Rechnung, dass der Kulturbereich durch das Covid-19-bedingte Veranstaltungsverbot besonders hart und besonders früh betroffen war. Ein Ausschuss mit Vertreter/innen des Bundesamtes für Kultur und der kantonalen Kulturbeauftragten hat in den letzten Tagen die Vergaberichtlinien erarbeitet und definiert.

Welche Massnahmen gibt es?

Das Hilfspaket des Bundes für den Kulturbereich umfasst die folgenden Massnahmen:

  • Soforthilfen in Form von zinslosen rückzahlbaren Darlehen für nicht-gewinnorientierte Kulturunternehmen
    Gesuch an: Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    => Das Instrument der Soforthilfe wurde per 21. Mai 2020, im Rahmen der Verlängerung der COVID-Verordnung Kultur des Bundes, aufgehoben.
  • Soforthilfe in Form von nicht-rückzahlbarer Nothilfe für Kulturschaffende
    => Gesuch an: Suisseculture Sociale
  • Ausfallentschädigungen für Kulturunternehmen und Kulturschaffende um den Schaden von abgesagten Veranstaltungen und Projekten sowie von Betriebsschliessungen zu decken.
    => Gesuch an: Fachstelle Kultur Kanton Zürich
  • Finanzhilfen für Laien-Kulturvereine zur Abfederung des finanziellen Schadens, welcher durch die Absage von Veranstaltungen entstanden ist
    => Gesuch an: Fachstelle Kultur Kanton Zürich

Wie werden die Massnahmen finanziert?

Zur Deckung der Ausfallentschädigung stellt der Bund den Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen im Kanton Zürich insgesamt 26.5 Millionen Franken zur Verfügung, für die Soforthilfe sind es 18.3 Millionen Franken. Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat am 18. März beschlossen, die Ausfallentschädigungen im Kulturbereich ebenfalls mit 20 Millionen Franken zu unterstützen.

Welche Prioritäten werden gesetzt?

Die Kulturförderung des Kantons Zürich ist gemäss Kulturförderverordnung (KFV 440.1) der kulturellen Vielfalt verpflichtet. Das Leitbild Kulturförderung, welches 2015 vom Regierungsrat verabschiedet wurde, setzt zudem vier kulturpolitische Schwerpunkte: Förderung der Strahlkraft, Förderung der regionalen Kultur, Förderung der Kreation und Förderung der kulturellen Teilhabe.

Gestützt auf diese Grundlagen hat die Fachstelle Kultur folgende Prioritätenordnung für die Beurteilung der Gesuche im Zusammenhang mit der COVID-Verordnung des Bundes festgesetzt:

  • Kulturunternehmen und Kulturschaffende, die einen relevanten Beitrag an die kulturelle Vielfalt leisten und deshalb in den letzten 5 Jahren mit kommunalen oder kantonalen Kulturfördergelder unterstützt wurden (Betriebs- und Projektbeiträge), werden prioritär behandelt.
  • Kulturunternehmen und Kulturschaffende, welche ihrer Pflicht zur Schadensminderung nachkommen (also Antrag auf Kurzarbeit bzw. Taggeld gestellt haben oder andere Massnahmen nutzen), werden prioritär behandelt.